Treitschkestraße umbenennen – Jetzt!

Am 10. November führt die Initiative „Treitschkestraße umbenennen jetzt!“ in der Zeit zwischen 11 und 16 Uhr hinter dem Boulevard Berlin in der Treitschkestraße einen Aktionstag durch. Die im Aktionsbündnis vertretenen Institutionen und Parteien wollen dafür werben, dass die von der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf beschlossene Anwohnerbefragung zur Umbenennung der Treitschkestraße in Steglitz zu einem Erfolg wird.

Nahezu alle deutschen Städte, in denen Straßen nach Heinrich von Treitschke benannt wurden, haben in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten Umbenennungen vorgenommen, in diesem Jahr zuletzt die Stadt Heidelberg. Zur Begründung wurde dort angeführt:

„Ende des 19. Jahrhunderts (1896/97) wurde diese Straße nach dem  Historiker und Publizisten Heinrich von Treitschke (1834-1896) benannt.  Mit seinen Publikationen, Aufsätzen und Schriften in den 1870er Jahren  lieferte er die Argumentationsgrundlagen eines bürgerlichen  Antisemitismus, der weite Verbreitung fand und auf den sich später die  Nationalsozialisten im Dritten Reich in ihrem Rassenhass gegen die Juden  beriefen. Der Heidelberger Gemeinderat hat am 10.11.2011 letztlich –  wie einige andere Städte in Deutschland – die Umbenennung der  Treitschkestraße beschlossen.“

Die in Steglitz-Zehlendorf aktiven politischen Parteien, mit Ausnahme der CDU,  sprechen sich seit langem für eine Umbenennung der Treitschkestraße aus.

Weitergehende Informationen finden sich auf der Internetseite der Initiative.

Im Aktionsbündnis zusammengeschlossen sind:

  • Bündnis 90/Die Grünen Steglitz-Zehlendorf
  • GRÜNE JUGEND
  • Die LINKE Steglitz-Zehlendorf
  • Linksjugend [’solid] Berlin Südwest
  • JUSOS in der SPD Südwest
  • Patmos Gemeinde
  • Piratenpartei Steglitz-Zehlendorf
  • Junge Piraten
  • SPD Steglitz-Zehlendorf
  • Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten

Ein Gedanke zu „Treitschkestraße umbenennen – Jetzt!

  1. Nach Einschätzung von Beobachtern ist die Straßenumbenennungsabstimmung eine Berliner Premiere. Normalerweise entscheiden die Bezirksverordneten über die Straßennamen, begleitet von einer kontroversen öffentlichen Debatte. Weil die Debatte im Fall Rudi-Dutschke- Straße in Kreuzberg in einen erbitterten Streit mündete, zwischen alten Ideologen, aber auch zwischen Anwohnern, die sich übergangen fühlten, und der Politik, wollten es die Grünen diesmal besser machen. Die Anwohner entscheiden zu lassen, beugt zumindest Protesten vor. Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) will nicht mal seine persönliche Meinung zur Umbenennung verraten. Das könnte schließlich das Abstimmungsverhalten beeinflussen.

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